K12 GALERIE
"Groß" | 2014, 100x120, Öl auf Leinwand
"Gallus" | 2015, 40x50, Öl auf Leinwand
"Turmsprung. Morgendliches Training", 2011, 120x140 cm,
Öl auf Leinwand
Foto: 2015©Dronova/K12GALERIE
Foto: 2015©Dronova/K12GALERIE
Foto: 2015©Dronova/K12GALERIE

 

         
KATYA DRONOVA „Ich sehe was, was du nicht siehst”
Malerei
24.7.-7.9.2015
Öffnungszeiten: Mi-Fr 15.00-17.30 / Sa 10.00-11.30
und nach Vereinbarung


Fotos: 2015©Dronova/K12GALERIE
Fotodownload zu Pressezwecken unter Angabe der Urheberrechte ist erlaubt.
PRESSE

In der Festspielausstellung 2015 präsentieret die K12 GALERIE die
russische Malerin Katya (Ekaterina) Dronova. 1979 in Moskau
geboren, lebt und arbeitet sie in Lindau und betreibt Ateliers in Moskau und Berlin.
1997-2003 Studium der Bildenden Künste an der Staatlichen Surikow-
Kunstakademie in Moskau, Fachbereich Malerei, Atelier I. Nasarenko.
Seit 2003 Mitglied des Moskauer Künstlerverbandes.
„Beim unbemerkten Beobachten von Kindern kann dieser kurze nicht
fassbare Augenblick entstehen, eine Momentaufnahme voller
nachdenklicher Statik und innerer Konzentration, die uns mit dem
Unausgesprochenen, mit ihrer Rätselhaftigkeit und Romantik in ihren
Bann zieht.” Katya Dronova

Über die Arbeiten von Katya Dronova - Festspielausstellung 2015 in der K12 GALERIE
Um sich ein Bild von der Russischen Kunst allgemein zu machen, muss ich ein wenig ausholen und in die reiche Kunstgeschichte Russlands eintauchen.
Als Wiege der modernen russischen Kunstbewegung gilt die Künstlerkolonie die sich um die Person Mamontow, des russischen Eisenbahnfürsten der siebziger Jahre des 19. Jh. bildete.
In Abramzewo, seinem Landsitz in der Nähe von Moskau umgab er sich mit den fortschrittlichsten Künstler seiner Zeit, Malern, Schriftstellern, Komponisten, Architekten, Kunsthistorikern und Schauspielern. Dieser Kreis stellte die erste Herausforderung an die allmächtige Petersburger Akademie dar, deren höfisches, halb bürokratisches System das Kunstleben des Landes beherrschte. Erst nach 1870 ging die Vorrangstellung des Zaren , der Aristokraten und der Bürokratenarmee auf die Moskauer Millionäre über, unter denen Mamontow hervorragte.
Es entstand die russische „Welt der Kunst” - Bewegung und entspricht in ihrer historischen Bedeutung den französischen „Nabis” (Post-Impressionismus). Wie der englische und europäische Jungendstil hatte die Bewegung in Russland von 1890 bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts die Bedeutung einer künstlerischen Avantgarde.
Aus dieser Bewegung heraus etablierten sich internationale Künstler wie Leon Bakst (Bühnenbildner), Sergej Djagilew (Russische Ballet), für den kein geringerer wie Pablo Picasso auch Bühnenbilder entwarf. Durch diesen Internationalismus, man ging ja auch auf Tournee in den Westen, unterlagen die Künstler einem starken, westlich geprägten Einfluss des Nach-Impressionismus.
Durch die Etablierung neuer Kunstströmungen wie etwa des Kubismus, des Futurismus, des Expressionismus kam es in Russland zu einer Art Gegenbewegung, beeinflusst von primitivistischen Elementen die sich mit Elementen der Ikonenmalerei verschmolzen.
Gleichzeitig kam es zu sozialen Unruhen im Zusammenhang mit der späteren russischenRevolution. Es tauchten Namen auf wie Natalia Gontscharowa und Michail Larionow die den späteren Kubofuturismus bzw. Rayonismus prägten. Weitere Namen waren Kandinskij, Wladimir Tatlin und Kasimir Malewich. Von jetzt an begannen eigentlich die großen Errungenschaften und Erfindungen in der modernen russischen Kunst. Im Klartext geht es um die sogenannte russische Avantgarde, die den Konstruktivismus hervorgebracht hat. Unter dem Eindruck und auch dem Enthusiasmus gegenüber der russischen Revolution, die den Künstlern von damals leider auch zum Verhängnis wurde. Denn nach der Revolution wurden die Kunstkonzepte der Avantgardisten als „zu elitär” dem Proletariat gegenüber eingestuft und letztlich verboten. Sie unterlagen der politischen Macht, die den sogenannten „Sozialistischen Realismus” förderten. Das ist, einfach ausgedrückt, politisch verwertbare Kunst, die den Arbeiter und Bauernstaat in seiner propagandistischen Erscheinung verstärkt. Das pendant dazu war der faschistische Realismus in Deutschland. Leider ist dieser rigorose und auch prekäre Zustand bis in die achtziger Jahre des 20. Jh. erhalten geblieben. Gorbatschov, im Westen ein gefeierter Politiker, in Russland des Putin verpöhnt, hat diesen Zustand aufgehoben und Russland gegenüber dem Westen geöffnet. Dadurch konnte sich die russische Kunst konsolidieren und wieder grandiose Künstler hervorbringen wie z.B. Ilja Kabakov etc.
Katya Dronova steht mit ihrer Kunst am Schnittpunkt dieser Kräfte. Auf der einen Seite das weltoffene Russland des „Glasnost” alla Gorbatschov, auf der anderen Seite das „restaurative” Russland Putins.
Dronova arbeit in der Wahl der Mittel traditionell. Akademisch ausgebildet und klassisch in der Darstellung ihres Menschenbildes, sagt Katya Dronova zu ihren Arbeiten: „Beim unbemerkten Beobachten von Kindern kann dieser kurze nicht fassbare Augenblick entstehen, eine Momentaufnahme voller nachdenklicher Statik und innerer Konzentration, die uns mit dem Unausgesprochenen, mit ihrer Rätselhaftigkeit und Romantik in ihren Bann zieht.” Diese Rätselhaftigkeit des alltäglichen untersucht Katya Dronova in ihrer Malerei. Sie malt ihren Weg zwischen Impression und Expression, zwischen existenzialistischer Rätselhaftigkeit und impressionistischer Distanz mit einer positivistischen Einstellung zur Gegenwart. Dieser persönliche Subjektivismus ist ein Spiel mit ihren individuellen Mythologien und privaten Chiffren bzw. Zeichen. In den „Wassermelonen” im hinteren Teil der Galerie, taucht einmal ein politisches Symbol auf. Dieses Triptychon stammt aus dem Jahre 2005 und das älteste in dieser Ausstellung. Die runde Melonenform mit ausgeschnittenem Kommunistenstern als Metapher für politische Indoktrination oder als Bildkonzept eine subversive Anspielung wie der Allmacht der Nomenklatura aus dem Weg gegangen werden kann.
Auf der Suche nach der eigenen Identität, die immer wieder von politischen Zäsuren durchkreuzt wird, stellt Dronova den jungen Menschen auf der Suche nach dem ICH in scheinbar alltäglichen Situationen dar.
Vielleicht ist es eine sehnsuchtsvolle Reflexion auf die verloren gegangene Geborgenheit in der Kindheit. Noch ist alles im Blühen, nach einer vielleicht gespielte Unbeschwertheit wird doch eine gewisse aufkommende Ambivalenz in ihren Bildmotiven offensichtlich. | Werner Bosch 2015

BioGRAFIE

Katya (Ekaterina) Dronova
Geboren 1979 in Moskau

Ausbildung und Mitgliedschaften
Seit 2003Mitglied des Moskauer Künstlerverbandes2004Kurse am Moscow Institute of Contemporary Art2001, 2003Praktika in Sunderland, England, und Berlin, Deutschland1997-2003Studium der Bildenden Künste an der Staatlichen Surikow-Kunstakademie in Moskau, Fachbereich Malerei, Atelier I. Nasarenko1990-1997Besuch des Moskauer Tomsky-Kunstlyzeumsseit 1997Teilnahme an russischen und internationalen Ausstellungen

Diplome & Auszeichnungen
20132. Platz beim Wettbewerb “Der Aufstand der Farben”. Wladimir Smirnow Fonds2008Internationaler Fonds für Slawische Literatur und Kultur für die Arbeit „Abend“ in der Kategorie “Bestes Portrait”2007Diplom der Russischen Akademie der Künste für die Teilnahme an der Ausstellung “Akademische Schule“2004Diplom für die Arbeit “Lauf des Lebens” und Diplom in der Kategorie “Technology Project”, Moscow Museum of Modern Arts, Workshop 20042003Diplom des Moskauer Künstlerverbandes

Ausstellungen
2014Auktionshaus Michael Zeller in Lindau.2014Charity Auction of Russian Arts. Operation Smile. Christie`s. Moskau.2014Blau, Grau, Weiß, Farblos. A3 Galerie. Moskau.2014Atelier / Galerie Eröffnung. Lindau.201332. Ausstellung Moskauer Junger Künstler. Galerie Kuznetsky Most 11. Moskau.201385 Jahre Moskauer Künstlerverband. Große Manege. Moskau.2012Egal (Do Lampochki). Open Club Galerie. Moskau.2011Charity Auction of Russian Arts. Operation Smile. Christie`s. Moskau.2011Malewitschs Offenes Schwimmbecken. Open Club Galerie. Moskau.2011Wasser-Prozeduren. Galerie L. Moskau.2011Weiblich, zu weiblich. RuArts Galerie. Moskau.2011Gefälschte Karte. Galerie L. Moskau.2010Charity Auction of Russian Arts. Operation Smile. Christie`s. Moskau.2010Viel, viel. Vspolny Galerie. Moskau.2010Wintergarten. Galerie Kuznetsky Most 11. Moskau.2010Russian Exhibition. Zentrales Haus der Künstler. Moskau.2009Meine Liebe! Meine Freunde! Moscow Museum of Modern Arts. Moskau.200930. Ausstellung Moskauer Junger Künstler. Kleine Manege. Moskau.2009Salon. Zentrales Haus der Künstler 2009. Moskau.20081. Internationale Biennale Junger Künstler “Stop! Who's walking?”.
Moscow Museum of Modern Arts. Moskau.2008Salon. Zentrales Haus der Künstler 2008. Moskau.2007Projekt SPACE. Moscow Museum of Modern Arts.2006Workshop 2006. Projekt “Power”. Moscow Museum of Modern Arts.2005Also sprach nicht Zarathustra. Soljanka Galerie. Moskau.2005Tusovka Art. MUU Galerie. Helsinki.2004Fashion Zone. Artgentum Galerie. Moskau.2004ArtWar Ausstellung. Tusovka Art Festival. Helsinki.2004Workshop 2004. Projekt “Dazwischen”. Moscow Museum of Modern
Arts. Moskau.2003Erstes Axiom. S-Art Galerie. Moskau.2003A New Countdown. Digital Russia with Sony. Zentrales Haus der Künstler. Moskau.2003Art Klyazma Festival. Projekt (Dronova, Machulina, Zelenetskaya). Klyazma.2003Ausstellung der Absolventen der Surikov Akademie. Russische Akademie der Künste. Moskau.2002Ausstellung Russlands Junge Künstler. Zentrales Haus der Künstler. Moskau.2001Moskau in den Augen der Jugend. Soljanka Galerie. Moskau.200125. Ausstellung Junger Künstler. Galerie Kuznetsky Most 11. Moskau.1999Ausstellung Junger Künstler. Galerie Kuznetsky Most 11. Moskau.

Museen, Galerien, Private Sammlungen
Moscow Museum of Modern ArtsTretjakow-Galerie, Abteilung Zeitgenössische KunstPrivate Sammlungen in Russland, USA, Deutschland, Italien und Südkorea



               


home
Schlatter Sarah - sarah.schlatter@gmx.net