K12 GALERIE | Christoph Lissy "Neue Arbeiten" | Pressedownload

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Christoph Lissy "Neue Arbeiten" | 16.7.-20.8.2013 | Eröffnung am 16.7.2013 um 17:00 Uhr
Pressetext

Christoph Lissy

Diese Ausstellung ist in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes:

Es ist die:
- erste größere Ausstellung mit neuen Arbeiten nach langer Pause
,
- die zweite Ausstellung in der K12 GALERIE nach 2004 "Presculptures"
- erste Vernissage in der der Künstler selber über die Arbeiten spricht
- die 83zigste Ausstellung in der K12 GALERIE die im September ihr 10-jähriges Bestehen feiert.

Lissy studierte bei Bruno Gironcoli (Akademie der bildenden Künste Wien und Nachfolger Fritz Wotrubas). Bruno Gironcoli sagt über Lissy: „... so baut er unter anderem sein Weltall der Melancholie ... räumlich ausgeprägt aus gut gewählten Materialsorten und ausserdem mit Anstand zur Vorstellung über die jeweilige Sache.”
Lissy: "Der bildhauerische Raum ist unendlich, unendlich im Sinne der Sehnsucht als Geborgenheit und in der Idee der Liebeserwähnung formbar.”

Neue Arbeiten
Die neuesten Arbeiten von Lissy sind als eine Bestandsaufnahme oder als eine Reflexion ureigener existentieller Vorgänge, in denen autobiografische Abläufe in selbstreferentielle Artefakte transformiert werden zu verstehen. Autobiografisch der Verweis im Titel seiner großen Stahlskulptur "Ventrikeleinbruch". In einer Stahlwanne mit Wasser schwimmt eine Teer-Bitumen Form, vergleichbar mit gerinnendem Blut im Hirnwasser. Diese Form verteilt sich über die ca. 170 cm lange Stahlwanne, schwimmend, bedrohlich im aussehen, als ob es ein eigenes Lebewesen wäre. Es ist eine Art Metapher eines Lebewesens im Lebewesen, das jederzeit seine unheilvolle Wirkung entfalten kann. In dem Moment transformiert sich die Stahlwanne in einen schweren Sarg, in der Grösse etwa vergleichbar. Das Ganze ruht auf vier Stahlfuessen, absolut unzerbrechlich was das Material betrifft. Dadurch, dass die Füsse aber sehr nahe beisammen sind, kommt das Gefühl der Labilität auf. Mir fällt dazu das Bild von Salvador Dali "Der Schlaf" ein, in dem Dali einen überdimensionalen, schlafenden Kopf auf filigranen Holzstützen in einer unendlichen, kargen Landschaft gemalt hat. Diese Labilität, die in Dalis Werk das fragile Gleichgewicht im Schlaf thematisiert, das aber jederzeit durch einen Traum ins Wanken geraten kann und in weiterer Folge ins Chaos stürzen kann. Ein Anstossen von einer Seite, eine Instabilität in sich und das Ding oder die Welt beginnt zu schwanken und kann in einem Inferno enden. Das ist die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz der wir alle ausgesetzt ja ausgeliefert sind. Die Spannung zwischen Stahl, Wasser und Teer spricht den grossen Bogen der menschlichen Lebenslinie an. Es Beginnt, wie die Existentialisten sagten, mit einem "auf die Welt geworfen werden .. ", setzt sich fort mit einem sich entwickelnden Idividuum, das mit jedem Tag, mit jeder Aktion um sich selbst kämpft, um über dem Wasser zu bleiben und den grossen Entwurf nicht aus den Augen zu verlieren. Ein permanetes Kräftemessen ausserhalb und innerhalb der eigenen Existenz. Dieses immanente Kräftemessen kommt in den Leuchtobjekten deutlich zum Vorschein. "Portrait von Innen" so der Titel der Serie computertomografischer Abbildungen des inneren des Schädels. In der Anatomie des eigenen Gehirns liegen die verborgenen elektrochemischen Vorgänge die zu Aktion und Reaktion führen. Sie dokumentieren aber auch die Abhängigkeit der geistigen Welt von der physischen. Die Reflexion über die Endlichkeit der eigenen Existenz taucht auch in den fünf neuen Zeichnungen wieder auf. Wenn hier immer wieder der Skarabäus im Zusammenhang mit dem eigenen Körper auftaucht ist es vielleicht wie es damals im alten Ägypten war. Der damals für heilig betrachtete Käfer galt als Symbol für die Auferstehung und für den Kreislauf der Sonne. Zum Schutz im Jenseits gab man den Toten symbolische Käferamulette bei. Hier endet physisch die menschliche Existenz und es beginnt eine neue Welt zu entstehen. Die Welt im Jenseits, die wir nur erahnen können oder im religiösen Sinn wollen. Hier beginnt die Spekulation über das Danach, das Ende oder der Anfang von allem ... K12

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Die aktuelle Ausstellung von Christoph Lissy ist in der K12 Galerie bis zum 20. August zu sehen.
Sie wurde am 16. Juli eröffnet und zeigt eine beeindruckende bildhauerische Arbeit des Künstlers, die als Nachtrag, als Epilog einer überwundenen schweren persönlichen Krise des Autors gedeutet werden darf.
Im Hauptraum ist als Figur -  eine mächtige Stahlskulptur zu sehen. In den Dimensionen: 3, 5 Meter lang und 1, 20 m hoch, trägt sie in ihrem Kern ein Wasserbassin, in dem ein weiteres dunkles Objekt im Wasser hängt -  schwimmt. Ein organisches - obskures Objekt aus Bitumen gegossen- Sinnbild und Metapher der Gerinnung. Die Stahlskulptur wird in diesem Raum,  trotz ihres imposanten Ausmaßes als  strikte elegante feingliedrige bildhauerische Erzählung empfunden.
Begleitend zu dieser Arbeit werden im selben Raum Entwürfe des Künstlers gezeigt – es sind dies eigenständige graphische Arbeiten in Kleinformat. Erzählende Miniaturen, die  Skelettextremitäten beschreiben, Becken , Torso mit einem goldfarbenen Skarabäus Lauf.  Der Mensch - nackt und verwundbar, dennoch im Schutz des Lichtes, bereit zum Überleben.
Abgeschlossen wird die Erzählung der Schau im zweiten Raum, wo drei Stahlleuchtobjekte gezeigt werden. Drei schwer gerahmte Bildvitrinen, die streng medizinisch den erlebten Insult dokumentieren. Sie sind - Dokumente - Zeugen - Relikte eines Skarabäus Laufes von einem Leben in ein neues Leben.

Diese Ausstellung von Künstler Christoph Lissy stellt eine streng konzipierte rigorose autobiographische Erzählung dar, die eine wunderbare neue bildhauerische Arbeit des Künstlers in dem Mittelpunkt stellt.


BIOGRAFIE

CHRISTOPH LISSY | Biographie

Christoph Lissy, geboren am 28.12.1957 in Hörbranz am Bodensee
1980 Freie Kunstschule Stuttgart
Von 1980 bis 1987 Studium an der Akademie der Bildenden Künste, Meisterklasse für Bildhauerei, Prof. Bruno Gironcoli, Wien.
Lebt und arbeitet in Wien und Hörbranz.

Ausstellungen
1984 Secession, Wien
Steirischer Herbst, Graz, "Neue Wege des plastischen Gestaltens in Österreich"
Palais Lichtenstein, Feldkirch
1985 Museum Bochum, BRD
1986 „Junge Szene Wien" Secession, Wien
Galerie Grita Insam, Wien
Universität, Innsbruck
1988 Bildhauersymposium, „Primär Bildhauerei", Graz
„Blick voraus - Junge Kunst in Österreich", Graz, Steirischer Herbst
1989 Helmhaus, Zürich
„60 tage Österreichisches Museum des 21. Jahrhunderts", Wien
Künstlerhaus Thurn und Taxis, Bregenz, (Personale)
„See - Berg", Künstlerhaus, Bregenz
1990 Galerie Freiberger, Mürzzuschlag
1991 „Absolutismus und Exzentrik" Galeria Museo
Konzept I, Künstlerhaus, Bregenz
1992 „Absolutismus und Exzentrik", F. Paludetto, Castello die Rivara, Italien
Kunsthalle Innsbruck
Pförtnerhaus, Feldkirch
Kapelle, Feldkirch
1993 Kunsthalle Exnergasse, Wien
„Kunst die halbe Miete", Bludenz
1994 Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis, Bregenz, (Personale)
1995 EA-Generali - Sammlung, Wien
MAK-Sammlung, Gefechtsturm, Arenberg-Park, Wien
Kressbronn, BRD
Forum-Union, Goldach / Schweiz
1996 Schloß Damtschach, Wernberg / Kärnten
1997 Galerie Outline, Amsterdam/ Holland
1998 Skulpturenpark ORF / Dornbirn
1999 „900 Jahre Zukunft", Kunst in der Stadt, Bregenz
2001 Art-Bodensee, Zeichnungsarten
2002 Künstlerhaus Bregenz
2002 Sommerausstellung „Das Mallory Projekt", Palais Turn & Taxis

Einzelausstellungen
1992 Galerie Station 3, Wien
1992 Studio Aller Art, Bludenz
1992 Am Kornmarkt , Bregenz
1995 Palais Lichtenstein, Feldkirch
1996 ORF Landesstudio, Dornbirn
1997 Kunstverein Friedrichshafen
2000 Palais Turn & Taxis, Personale
2000 Espaco Cultural dos Correios, Rio de Janeiro
2001 Transmitter Festival, Hohenems
2002 Galerie Sechszig, Feldkirch
2004 K12 GALERIE Bregenz
2006 Galerie Lisi Hämmerle, Bregenz
2007 Albrecht und Zeitgenossen, Palais Thurn und Taxis, Bregenz
2007 Museo de Arte Conteporanea, Mazedonia
2009 Personale, ORF- Zentrum Dornbirn
2010 Galerie Maximilian Hutz
2011 Galerie Maximilian Hutz
2011 Galerie Atrium et Arte, Wien
2012 Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlruhe „The name is Burroughs"
2013 K12 GALERIE Bregenz

Preise
1985 Akademiefreundepreis
1986 Meisterschulpreis
1987 Würdingungspreis, Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Wien
1989 Österreichisches Staatsstipendium für Bildende Kunst
1990 Rudolph Wacker-Fond, Bregenz
1995 Förderungsgabe, Land Vorarlberg