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(obere Reihe, neu) | 1-3 - "Cosmic Colors" (60x60cm, C-Print auf Leinwand) | alle 2015 | 4 - "Selbstportrait" (60x40cm, Plexiglas/Aludibond)
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MARXX BOSCH
"COSMIC COLORS" Malerei

verlängert bis 13.2.2016 | Offen: Do-Fr 15-17:30 | Sa 10-11:30 Uhr


Weitere Links:
Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis Bregenz | 10.1.-9.2.2014 | Eröffnung: 10.1.2014 um 20:00
MARXX "digitale malerei" | K12 GALERIE

Fotos: 2012-15©K12GALERIE
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Über die Malerei von Marxx Bosch

Die Welt ist Fraktal. Dieses Paradigma, das die grundsätzliche Weltanschauung von Marxx charakterisiert, spiegelt sich in seinem Werk auf stringente Art und Weise wieder. Der Vorgang, komplexe Abläufe als fraktale, zufällige Einheiten zu begreifen, liegt in der Erkenntnis, dass parallel und gleichzeitig, unendlich viele Abläufe im Gange sind. Wo wir stehen, was wir empfinden und welche Schlüsse wir daraus ziehen hängt davon ab, wie wir diesen fraktalen Einheiten für unsere Existenz strukturieren. Die Frage, inwieweit bestimmte Erfahrungen oder Vorgänge vorbestimmt sind, impliziert auch die Möglichkeit, dass es ganz anders ist. Der Raum zwischen Zufall und Vorhersehung, resultiert aus der Unfähigkeit, essentielle Abläufe der menschlichen Existenz rational zu erklären. Die Rationalität der Vorgänge ist rekonstruierbar, die Kette der zeitlich ablaufenden Aneinanderreihung der Ereignisse sicher nicht. Hier entsteh eine permanentes Fraktal.
Fraktale kommen in der Natur vor, es sind aber auch mathematische Formeln, durch die natürliche Formen generiert werden können. Fraktal im Werk von Marxx hat rein philosophische Bedeutung.
Die Triptychen die Anfang der 80er Jahre entstanden, folgen dem gleichen Prinzip der bewusst gemalten Bruchstücke, die letztlich zu einem großen Ganzen zusammengefügt wurden. Diese Malerei basierte noch auf den analogen Materielien wie Ölfarbe, Pinsel, Spachtel und ähnlicher Werkzeuge die für den Schöpfungsprozess eingesetzt wurden. Das Neue damals war, diese, in einer bestimmten Reihenfolge angeordneten Bruchstücke für den Betrachter so flexibel wie möglich zu gestalten. D. h. die verschiedenen Teile wurden so zusammengefügt, dass sie verschiebbar geworden sind. Der fixe Standpunkt des Betrachtens wurde aufgelöst. Dadurch entstand die Möglichkeit, in den Gestaltungsprozess als Außenstehender einzugreifen und das Kunstwerk in seiner Konstellation zu beeinflussen.

Dieser interaktive Vorgang bewirkte eine Erweiterung der Erscheinung dieser so genannten erstarrten Zeitpunkte, zu einem offenen, flexiblen Gebilde. Die sich realisierten Zeitpunkte sind erstarrt, die in der Zukunft liegenden noch offen. Es geht also nicht primär um eine mathematische Formel durch deren Anwendung Bilder generiert werden. Das ist nur das Basismaterial aus dem geschöpft wird und in weiterer Folge zu einer komplexen Konstellation entwickelt wird.

Die malerischen Abläufe bewegen sich weg vom gestisch, materiellen Malprozess hin zur geistig, abstrakten Raumvision, deren Material die Unendlichkeit des Universums und die Endlichkeit des Individuums ist. Nichts wiederholt sich, nichts gibt es zweimal, alles ist einmalig und authentisch. Analoge Welten füllen sich mit digitalen Programmen die ihrerseits wieder Analogien produzieren. Es wird alles verfeinert, perfekter angepasst und individueller geformt. Neue Welten entstehen die eine andere Benutzbarkeit provozieren. Die Zelebrierung des Selbstzwecks steht im Vordergrund. Es ist aber ein offener Selbstzeck mit experimentellem Charakter, der letztlich in eine „Nutzbarkeit” führt, die sich ständig neu definiert und definieren muss. Es geht nicht primär um die Mandelbrot Formel als Basis mathematischer Vorgänge mit fraktalem Ergebnis, sondern um die darin möglichen Varianten Bilder, Formen, Farben und ganze Welten zu entwickeln. Es ist die Arbeit am Experiment und am Neuen. Daran was in der Zukunft liegt, an der neuen Form an der wahnsinnigen Farbkonstellation, die wie ein LSD-Farbrausch, wie eine Entführung in eine „Schöne neue Welt” durch die Farbsensoren des Auges ins Sehzentrum weitergeleitet wird. Die Wirkung macht süchtig, süchtig nach neuen Farben und Formen die wie ein Sience-Fiction Film eine ganz neue Geschichte erzählen. Der Sehprozess in seiner reinsten Form, aliterarisch, visuell, intellektuell und absolut frei.
Eigentlich paradox: mathematisch präzise wie ein Pixel in einem Prozessor der Formel, dem Befehl gehorcht, endet die Prozedur im Chaos, in der Anarchie oder in beidem, wobei Chaos und Anarchie völlig verschiedene Zustände sind. Das was zu untersuchen ist, wäre die Korrelation dieser Begriffe, die ja nicht klar definiert sind sondern eine historische, tradierte Bedeutung repräsentieren. Das heißt, dass diese Begriffe nicht als statische Größen hingenommen werden müssen, im Gegenteil, die historische Verzerrung und Belastung der Sprache, der Wörter ist auch mit künstlerischen Mitteln zu hinterfragen. Das Ringen um die Form ist eigentlich ein ursprachliches Phänomen. „Worüber man nicht reden kann, darüber sollte man schweigen ...” hat Wittgenstein schon erkannt. Malevich´s Befreiung
der Kunst von der historischen und literarischen Vereinnahmung war ein logischer Schritt zur Befreiung des Bildes als selbstreferentielle Erscheinung im humanistischen Denken des 20. Jahrhunderts.

Die Welt erklären mit der Unschärfe der Sprache hinterlässt offene Räume in denen die ganze Brutalität des menschlichen Denkens manifest wird. In dem Moment, indem die Sprache zur Agitation und Manipulation angewendet wird, ändert sich auch ihre Symbolik, die, wie in einem Fraktalprozess ins Chaos führen kann. Ins grausame oder auch ins schöne Chaos, wie es in der Kunst der Fall ist.

Katalogtext von Karlheinz Pichler

"Die Welt als Cluster digitaler Farben und Formen (Auszug aus dem Katalogtext von Karlheinz Pichler)

Der 1958 in Lustenau geborene K ünstler Werner „Marxx“ Bosch, der in den 1980er Jahren an der Universität für Angewandte Kunst in Wien bei Peter Weibel, Oswald Oberhuber und Wilhelm Cermak studiert hat, ist in der breiten Öffentlichkeit vor allem mit grossformatigen Gemälden bekannt geworden. In den vergangenen Jahre geht es in seinen programmatischen Statements immer wieder um die Entmachtung des Kunstwerks, wie dies durch den Vormarsch der Digitalisierung möglich ist. In den letzten fünf, sechs Jahren hat er sich experimentell mit dem Phänomen der Fraktalkunst auseinandergesetzt, mit deren Hilfe er fulminante Farb-Cluster erzeugt, und die – um es mit den Worten Marxx' zu formulieren - Assoziationen an „LSD-Farbräusche“ erwecken und wie eine Entführung in eine „Schöne neue Welt” anmuten.

Die Frage, ob ein computergeneriertes Fraktal Kunst ist, wird nicht nur im Internet kontrovers diskutiert. Generell sollte man aber grundsätzlich zwischen den tatsächlich computergenerierten Fraktalen unterscheiden, die ausschliesslich dazu bestimmt sind, die Lösungsmenge eines konkreten mathematischen Problems grafisch darzustellen und jenen Fraktalen, deren Gestaltung individuell bestimmt wird und deren Ergebnisse isoliert von mathematischen Fragestellungen zu betrachten sind.

Marxx wählt seine abstrakten Fraktale mit leidenschaftlicher Sorgfalt aus und entwickelt diese künstlerisch weiter. Der Computer und die in grosser Zahl verfügbaren Fraktal-Programme sind ihm dabei nur Hilfsmittel, um seine Expeditionen ins Reich der Farben und Formen in immer neuen Variationen austesten zu können.

Der Begriff "Fraktal" (lat. fractus: gebrochen) wurde 1975 von dem Computerwissenschaftler und Mathematiker Benoit Mandelbrot geprägt. Seinen Namen trägt auch das "Ur-Fraktal", welches manchmal auch als "Apfelmännchen" bezeichnet wird. Mandelbrot wurde 1924 in Polen geboren und starb vor zwei Jahren in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts. Durch sich immerwährend wiederholende mathematische Formeln mit komplexen Zahlen entstehen charakteristische Muster, die endlose Details aufweisen. Es erfolgt also eine ständige Iteration der Gleichung, bis der Wert mit einem vorangegangenen bzw. vorgegebenen Wert in irgendeiner Hinsicht identisch ist. Gute Beispiele für die Eigenarten von Fraktalen lassen sich überall in der Natur wieder finden. Ringsherum in unserer Umwelt finden wir Wiederholungen einer bestimmten Struktur in sich selbst. Die Zweige an den Ästen von Bäumen, die vielfachen Verzweigungen innerhalb unseres Blutkreislaufes, die einzelnen Röschen eines Blumenkohls, die Blätter von Farnen oder die Formen der Küstenlinie. Diese fortlaufenden Wiederholungen werden auch als "Selbstähnlichkeit" bezeichnet. ..."

BIO MARXX

WERNER MARXX BOSCH
*1958 Lustenau | Austria
Marxx Bosch

1979-87 Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien bei den Professoren Peter Weibel, Oswald Oberhuber, Paul Kurt Schwarz und Wilhelm Cermak
1988 seit 88 freischaffender Maler und Kunstpädagoge
2003 Gründung und Leitung der K12 GALERIE sowie Präsident des “K12 Bodensee Artclub”.

1982
Universität für angewandte Kunst in Wien (Gruppenausst.)
1983
Galerie Hollenstein, Lustenau
"Tischgesprche" Universität für angewandte Kunst Wien
"Miniprints International", Taller Galleria Fort Barcelona (Katalog)
Katholische Hochschulgemeinde Wien
Tabakmuseum Wien (Gruppenausst.)
1984
"Orwell" und die Gegenwart", Museum des 20. Jahrhunderts Wien (Katalog, Gruppenausst.)
Hypo-Bank Kunstpreis Bregenz, 2.Preis
"100.000", Malerei, Galerie Neufeld Lustenau
1986
"Das transfragmentarische Orbitalmanifest", Hochschule für angewandte Kunst Wien
1988
"Säulen des täglichen Übergangs", Künstlerhaus Palais Thurm und Taxis Bregenz (Gruppenausst.)
1989
Künstlerische Ausgestaltung des Mehrzweckgebäudes Feldkirch, Ankaufspreis
"Par Distance", Urart Sanat Galerisi Istanbul, zusammen mit Tuncay Boztepe (Katalog)
"Art-Registered Trademark", Künstlerhaus Palais Thum und Taxis Bregenz (Katalog)
2. Internationale Biennale Istanbul 1989 (Katalog)
1991
"Multiplex", Kaplanhaus Dornbirn (Gruppenausst. mit Arye Wachsmuth, Tucay Boztepe, Miriam Rhomberg)
1992
"Hommage an Angelika Kauffmann", Liechtensteinische Staatiche Kunstsammlung Vaduz (Kat.), kuratiert von Dr.Oskar Sandner
1993
"Omaggio a Angelika Kauffman", Palazzo della Permanente Milano (Katalog), kuratiert von Dr. Oskar Sandner
1996
"Essay 1000", Co-Kurator mit CeCe Sauter, (gemeinsam mit Nitsch, Oberhuber, Weibel, Lixl, Franzobel, Sauter, Bressnik, Mörth) CD-Rom, Galerie Lisi Hämmerle Bregenz
1998
"Nova", Factor-y Lustenau, Fotografie/Skulpturen, Präsentation der Monumentalskulptur “Himmelsstiege”
1999
"Meilensteine", “ART IS UNLIMITED”, Kunst im öffentlichen Raum, Grenzübergang Feldkirch-Tisis - Fürstentum Liechtenstein Schaanwald
2000
"Das Linienbuch", 100 Computerzeichnungen, CD-Rom
Pirgi / Chios (GR), Stipendium des Landes Vorarlberg, 1000 Fotos, Foto-Cd
Hypo-Bank Kunstpreis Bregenz, Ankauf
2001
Werkkatalog auf CD-Rom
“Very Important Portraits” Digitalzeichnungen
2003
“K12 Bodensee Artclub”, Gründung des K12 Bodensee Artclubs und Wahl zum 1. Präsidenten
“K12 Galerie”, Gründung der K12 Galerie in Bregenz in der Kirchstrasse 12
2005
“Transfragmentarische Raumkonstruktion”, Polyptychon, K12 GALERIE, Bregenz
2005
Geburt des Sohnes Levi Marx
2007
Tätigkeit als Kurator diverser Ausstellungen
2009
Geburt des Sohnes Lenny Marx
2011
„Ich brauhe Kunst” | Fotoübermalungen zusammen mit Peter Krüger | K12 GALERIE Bregenz
2012
"Fractalmalerei" 2008-2012 | K12 GALEREI

2014
"Neue Malerei" | Künstlerhaus Palais Thurn & Taxis Bregenz

Werke sind im Besitz öffentlicher und privater Kunstsammlungen.




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Schlatter Sarah - sarah.schlatter@gmx.net