K12 GALERIE | Uroš Weinberger "Malerei" | Pressedownload: Fotos verwendbar für Pressezwecke unter Angabe der Urheberrechte | Fotos © 2014 K12 GALERIE/Marxx /Uroš Weinberger
Uroš Weinberger "Evolution Model", 2012,
Öl auf Leinwand , 119,5 x 152 cm
Uroš Weinberger "Generation Z", 2012, Öl auf Leinwand,
190,5 x 150 cm

Uroš Weinberger "Esso"
2013, Öl auf Leinwand, 105,5 x 156 cm

Uroš Weinberger (SLO) - Malerei/Zeichnung
Eröffnung 6.6.2014 um 20:00 | Dauer: 7.6.-28.6.2014

Fotos: 2014©K12GALERIE
in Arbeit
Pressetext

Uroš Weinberger "Malerei/Zeichnung"

*1975 in Trbovlje / Slowenien | lebt und arbeitet in Ljubljana, Slowenien
Studierte zwischen 1998-2003 an der Akademie der Bildenden Künste, Ljubljana, Slowenien.
Die Medien, vorab die Bildmedien, liefern uns tagaus tagein Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen, sicher geglaubten wie obskuren. Die semantische Information wird mit dem dazu gelieferten Bild in ihrem Wahrheitsgehalt verstärkt, ohne dass dieser durch den Informierten geprüft werden kann. Bilder lügen schließlich nicht. Wie man weiß ein Trugschluss. Wir glauben also, was man uns sagt und zeigt dann, wenn das Darreichungsformat glaubwürdig erscheint. Nachrichten, Zeitungen, Magazine sind solche Formate. Ihre Multiplikatoren: Television, Rundfunk, Print- und Digitalmedien.

Dem Informations- und Bildtransport dieser medialen Formate widmet der in Ljubljana lebende Künstler, Uroš Weinberger, seine bild- und medienkritische Kunst. In der Hauptsache ist er Maler. Er arbeitet aber auch installativ bzw. performativ.
Er hat die Medien erforscht, kennt die statistischen Auswertungen über das Verhalten der Informationskonsumenten, weiß um deren Aufmerksamkeitsleistung, um die Tricks bei der Attraktivitätssteigerung von Ereignissen, um das dramatische Abnehmen der Anteilnahme an sozialem wie persönlichem Leid. Festzustehen scheint: Der Medienkonsument verliert in dem Maße an Empathie wie die Informationsvielfalt zunimmt. Folgen davon sind unter anderem Abstumpfung, Mut-, Macht- und Maßstabslosigkeit. Wozu also all diese Information, wenn sie aufgrund ihres Überangebotes in ein einzelnes Leben nicht mehr integrierbar ist? Wer soll das alles noch sinnvoll verarbeiten? Welche Funktion hat dann Information überhaupt?

Solchen medien- und sozialpolitischen Fragen stellt sich Uroš Weinberger und setzt Teilantworten in seinen ausdrucksstarken Gemälden um. Dabei geht es nicht um das Anprangern von Missständen und Vorgehensweisen allein. Weinbergers Bildsprache bedient sich – ähnlich wie Neo Rauch und Daniel Richter aus der sogenannten Neuen Leipziger Schule – des Einsatzes von ›Erzähl-Samplings‹. Meist gibt es einen szenischen Aufhänger, der durch assoziative Bildkommentare begleitet und kritisch beleuchtet wird. So ergibt sich eine Synchronizität von Information und Kritik, aber auch die Simultaneität von Informant und Informierten. Wobei es nicht immer eindeutig ist, was nun Information und was deren Kritik ist. Uroš Weinberger weiß: Die Medienwelt spielt geradezu mit der Indifferenz von Information, Meinung und Kritik. Sie gehört zu einer Strategie der suggerierten Kompetenz und täuscht dort Anteilnahme vor, wo es nur ums Gaffen geht.

Mit seiner ›Bildsamplingsprache‹ kann Uroš Weinberger auch die Modi seiner Kritik steuern. Ihr Spektrum ist breit und bietet sowohl die Form der direkten, ungefilterten Empörungsleistung an, als auch die kritischen Formen der Ironie und Satire, und nicht zuletzt: die Beklemmung.
In seiner performativen Installation ›Displaced World‹ setzte Uroš Weinberger – neben der fragmentierten, gesampelten Bildkritik – ein generatives Element seiner gesamten Medienkritik ein. Es handelt sich um ein in den einzelnen Gemälden als auch als Raumobjekt auftretendes biegsames Rohr mit einem dreifachen, variierenden Farbwechsel. Es steht für den gemeinsamen Nenner der Medienwelt: dem unablässigen und unaufhaltsamen Datenstrom, der – wie eine mediale Nabelschnur – sowohl Quelle und Adressat in einer Verbindungslogik hält als auch Kausalitäten aller Art zielgebend ableiten kann. Wenn Uroš Weinberger dann auch noch selbst in ein solches ›Rohrkostüm‹ schlüpft, tritt er zusätzlich als den Medien ausgeliefertes Individuum auf.

Dr. Herbert Köhler

BioGRAFIE Uroš Weinberger

geboren 1975 in Trbovlje, Slowenien
lebt und arbeitet in Ljubljana

1998-2003 Akademie der Bildenden Künste, Ljubljana

2001 Prešeren Preis für Studierende der Universität Ljubljana
2002 Akademie der Bildenden Künste in Sofia, Bulgarien
2003-2005 Post-Graduate-Studium, Ljubljana
2005 Masterabschluss
2009 Residence-Programm Ministerium für Kultur RS, Berlin, Deutschland
2011 Biennale Preis, Blick auf die Bildende Kunst in Slowenien 6: Ich, hier und jetzt.“
2013 Kulturresidenz Europäisches Künstlerhaus Oberbayern, Freising, Deutschland
Ausstellungen (Auswahl)
2014 Künstler aus Slowenien stellen sich vor: Mitja Ficko, Simon Kajtna, Uroš Weinberger, Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke München, München, Deutschland
Kunst macht frei, Galerie EQURNA, Ljubljana, Slowenien
Blur Techno, Galerie Alkatraz, Ljubljana, Slowenien
Displaced world, deplasiran svet., Galerie Ravne, Slovenj Gradec, Slowenien
2013 Displaced world, deplasiran svet., Kunstgalerie Maribor, Maribor Slowenien
Displaced world, deplasiran svet., Gorenjska Museum, Kranj, Slowenien
Displaced world, deplasiran svet., Galerie für Zeitgenössische Kunst Celje, Celje, Slowenien
Displaced world, deplasiran svet., Stadstgalerie Nova Gorica, Nova Gorica, Slowenien
Transfer > Slowenien, Europäisches Künstlerhaus Freising Oberbayern, Freising, Deutschland
Trans. Form 4, Künstlerhaus Klagenfurt, Klagenfurt, Österreich
2012 Ausgewählte Werke 2008-2012, Galerie Zlati Ajngel, Varaždin, Kroatien
Displaced world, deplasiran svet., Kunstsalon Lamut, Kunstmuseum Božidar Jakac, Kostanjevica na Krki, Slowenien
Blur Techno, Galerie Simulaker, Novo mesto,Slowenien
Generation Z, Galerie Domžale, Franc Bernik Kulturzentrum, Domžale, Slowenien
31. Malerwoche, Galerie Gorše, Suetschach, Feistritz im Rosental, Österreich
Die schöne Malerie liegt hinter uns, Kunstgalerie Maribor, Maribor 2012 – Kulturhauptstadt Europa, Maribor
2011 Paintings, Galleria , A+A ,Venedig, Italien
Info vs. Info, Galerie EQURNA, Ljubljana, Slowenien
2010 Control-Delete, Stadtsgalerie Piran, Obalne galerije Piran, Piran, Slowenien
Kunstkritiker wählen: Uroš Weinberger, Cankarjev dom, Kultur und Kongresszentrum, Ljubljana, Slowenien
Berlin – London – New York, Museum für Architektur und Design, Ljubljana, Slowenien
Zeit fühlen – Zeit leben, Künstlerhaus Graz, Universalmuseum Joanneum, Graz, Österreich
2010 International Fine Art Collection (The V & A Waterfront, Cape Town; Melrose Arch, Johannesburg; Kizo Art Gallery, Durban, Republik Südafrika; Galerie in Berlin KG Harald Osinski, Berlin, Deutschland)
2009 Human Error, Galerie Schwarz, Ljubljana, Slowenien




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Schlatter Sarah - sarah.schlatter@gmx.net