K12 KÜNSTLER
BIOGRAFIE
CeCe SAUTER

CHRISTINE SAUTER 1958
PROJEKTORIENTIERTES ARBEITEN IM ZWISCHENRAUM ZUR ANKOPPELUNG DER VISIONEN.
TEXT BZW. SPRACHE ALS PRIMÄRES ARBEITSMEDIUM -kontextuell zur Bildenden Kunst und „ Alltäglichem ”
ANGEWANDTE PROJEKTE ( DESIGN -TEXT -KONZEPT -AUDIO -VIDEO )
STOPH SAUTER 1963
VON 1984 BIS 1993 AUFENTHALT IN WIEN, STUDIUM ( P. WEIBEL ) UND AUSTELLUNGSTÄTIGKEITEN VOR
ALLEM IN WIEN -UND VORARLBERG. SEIT 1993/94 WIEDER IN VORARLBERG DREI HAUPTPROJEKTE
UNTERSUCHUNGEN IN DEN BEREICHEN MIT DEN BEGRIFFEN VON RAUM -ZEIT -ENDLICHKEIT -
SPRACHE UND ENERGETIK INTERFERENZ ( VERMISCHUNG ) --FARBE BZW. LICHT IM KONTEXT ZUR INFORMATION THE COLOUR OF INFORMATION -ONE PIXEL -DIGITALER REALISMUS -BILDSPRACH-
MODELLIERUNG ELEVEN 2 SIX 1995 -COOPERATIVES ARBEITEN AN ANGEWANDTEN PROJEKTEN
ARCHITEKTUR -INTERIEUR-VIDEO & SOUNDS / PHOTOGRAPHIE / FILM
SEIT 1998 ARBEITEN UND LEBEN WIR GEMEINSAM -CeCe SAUTER

STOPH SAUTER
GEBOREN 1963 IN DORNBIRN/ VORARLBERG /A
1984 STUDIUMS BEI PETER WEIBEL AN DER HOCHSCHULE FÜR ANGEWANDTE KUNST -WIEN
1987 LOGO -AUSSTELLUNG AN DER HOCHSCHULE -ANKAUF IBM -WIEN
1987 AKTAUSSTELLUNG IN DORNBIRN -KAPLANHAUS
1989 AUSSTELLUNG AEG -KUNST UND ÖKOLOGIE -KATALOG -NÜRNBERG -WIEN
1990 AUSSTELLUNG IN DER WIENER GALERIE -CULT -KATALOG
1990 IM LICHT DES MONITORS -ÖSTERREICHISCHE VIDEOKUNST -CURATOR -DIETER BOGNER -KATALOG
1991 AUSSTELLUNG -DUALISTIC -OX -GALERIE CARLA FUEHR -MÜNCHEN
1991 AUSSTELLUNG -DUALISTIC -OX -RGB-WITTGENSTEINHAUS -WIEN -ANKAUF BUND
1991 AUSSTELLUNG IM -SCHAUPLATZ -WIEN -DER BIOENERGETISCHE RAUM -IBM -WIEN HÄUSLE -DB.
1991 VIDEOSYMPOSION -TRANSFORMATOR -IN ST.VEIT/GLAN -KATALOG H. TURK
1991 KUNSTPREIS -CASABLANCA -AUSTRIA TABAKWERKE -GALERIE GRITA INSAM AUSSTELLUNGSORTE -DORNBIRN -SALZBURG -LINZ
1991 AUSSTELLUNG IM PALAIS THURN UND TAXIS -BREGENZ -KONZEPTE 1 -CURATOR -E. KÖB -COLOURED RANDOM DISPLAY
1992 SYNTAX -ERROR -AUSSTELLUNG GALERIE GRITA INSAM -WIEN
1992 NORTH SOUTH WEST EAST -GALRIE LISI HÄMMERLE -BREGENZ
1993 GALERIE CARLA FEUHR -DIE SCHWARZEN BUNTEN -MÜNCHEN
1993 STAATSSTIPENDIUM FÜR BILDENDE KUNST
1993 ARTWARE -MEDIENKUNSTAUSSTELLUNG -IFABO -WIEN
1993 SPIEL OHNE GRENZEN -GALERIE VARFOK 14 -BUDAPEST - DIE ZARTESTE VERSUCHUNG -SCHOKOLADEFERNSEHER
1993 ALPENDELIGHT -ONE -COLOURED RANDOM DISPLAY -GALERIE STEINEK WIEN
1994 INNSBRUCK -IOO RADIOS -KLANGINSTALLATION -MEDIENKUNSTGALERIE INNSBRUCK
1994 WIEN -DORNBIRN
1994 DAS GENRE TIER -BBK -MÜNCHEN -KATALOG
1994 MILCHWIRTSCHAFT -GALERIE RAINER MASSET -MÜNCHEN
1994 FRIEDRICHSHAFEN -100 RADIOS -KLANGINSTALLATION -KUNSTVEREIN FRIEDRICHSHAFEN
1994 KUNSTHALLE -TIROL -HALL I. TIROL -MODELL SILVRETTA
1994 GREEN -TORCH GALERIE -AMSTERDAM -KATALOG
1994 ROSA RAUSCHEN -STUDIO ALLER ART -BLUDENZ
1994 BIG SALE -SCHMUCKGESCHÄFT -DORNBIRN -AKTION
1995 KUNST IN DER STADT -FELDKIRCH -SEE YOU -Schaufenster Kunst in der Stadt
1995 DIGITALER REALISMUS --INFORMATIONS -INTERFERENZEN
1995 AB HEUTE GIBT ES BERGSPITZEN -Presse
1995 ELEVEN 2 SIX
1996 LA -ACCESSOIRES -GESCHÄFTSLOKAL -DORNBIRN -UMBAU & NEUGESTALTUNG
1996 ESSAY -MILLENIUM -GALERIE LISI HÄMMERLE BREGENZ -BUNDESMINISTERIUM
HERMANN NITSCH -PETER WEIBEL -OSWALD OBERHUBER -SONJA LIXL -GEB. BRESSNIK -
WERNER MARXX BOSCH - WOLFGANG MÖRTH - FRANZOBEL
1997 JUGEND FORSCHT -VIDEOPRODUKTION IN COOP. MIT TONSTUDIO ANTON CONRAD SOHM DORNBIRN
1997 MOUSECAT -INSTALLATION -OUTPUT /MICROSOFT -ZÜRICH
1997 KEINER KOMMT AN -STADT FELDKIRCH -SKULPTUREN
1997 BLUE -KINOSPOT NR 1
1997 OUT OF ORDER -MULTIPLE ( STEP BY STEP ) GALERIE LISI HÄMMERLE -BREGENZ
1998 GESCHÄFTSNEUBAU SCHARAX DORNBIRN IN COOPERATIVE MIT ARCH. BOSS HERMANN
1998 LOOP -Die Inszenierung eines Augenblicks -KUNST IN DER STADT 2 -AUDIO ART
1998 Graphikedition GERADE NOCH IM RAHMEN -Kurator Edelbert Köb
1998 POUR PASSER LE TEMPS Einzelausstellung Galerie 60 Feldkirch -Werkschau
1998 CeCe -Zwischenraum zur Ankoppelung der Visionen -CeCe Station Lustenau -coop. mit Christine Sauter
1999TRANSLOCATION -kabinett der streuungen GALERIE MUSEUM BOZEN -the colour of information ( flagchart )
1999 DER TAUCHER DER FORMLOSEN cc sauter Raumskulptur -Johanniterkirche Feldkirch
1999 DIE MACHT DES L CHES cece sauter Raumskulptur -Kunstraum Dornbirn -Fachhochschule
1999 SICH ROT UND ORANGE FREUEN... cece sauter -re public -Verlag SAITEN -St. Gallen
2000 DAS SPIEL DER ERWARTUNG CITY -LIGHT Bregenz
2000 PREVIEW -HISTORY -es ist LKW -Kunsthaus Bregenz -Kokon
2000 19 RÄUME -SECHSFILME -LKW -Bregenz ( VIDEO )
2000 SCHEINSEIN -Johanniterkirche -Feldkirch
2000 ANALOGISMEN -Photoserie
2000/01 TIP TOP -Aktionärsarbeit
2001 SICHTSITZ -Kunstraum Dornbirn
2001 T -Objekt -„ needful -things “
2002 ERWACHEN AUS DEM SCHICKSAL -HOMMAGE TO EDMUND KALB -Film 120 min. Dokumentation
2002 WIRROR -Spiegelobjekt
2003 KUNST AM BAU -Berufsschule Dornbirn / Ankauf Modell
2003 "still LEBEN", K12 GALERIE BREGENZ

TEXT
CeCe: "still LEBEN" Vernissagerede von Karlheinz Pichler am 3.10.2003 K12

Das Konzept, dass sich Werner Bösch für seine Galerie K12 zurecht gelegt hat, ist genauso simpel wie grenzenlos: Junge, zeitgenössische, gute Kunst. Es gibt, wie er sagt, weder Einschränkungen in Bezug auf künstlerische Stilmittel, noch auf Werkstrategien, noch auf Methoden, geschweige denn auf disziplinenmässige Herkunft der Künstlerinnen und Künstler. Einziges Kriterium, das zählt, sei die Qualität des Gebotenen.

Ob er diesem Anspruch über einen langen Zeitraum genügen kann, sei dahingestellt, jedenfalls scheint er für seinen in jeder Hinsicht von Pluralität getragenen Ansatz eine ideale Initialisierungsausstellung gefunden zu haben.
Denn das Künstlerpaar Christoph und Christine Sauter, die seit Jahren unter dem Logo CeCe öffentlich in Erscheinung treten, bewegen sich formal übergreifend und subtil in einem Überhand nehmenden Spannungsfeld der digitalen und analogen Welten. In ihrem künstlerischen Kosmos kann das klassische Tafelbild dabei genauso Mittel zum Zweck sein, wie die moderne Videotechnik und Elektronik, die Fotografie, oder textuelle und kontextuelle Zeichenstrukturen.

Die Arbeiten von CeCe muten formal auf den ersten Blick radikal einfach an, sind inhaltlich aber überaus vielschichtig und mehrdeutig. Sowohl die Text-Bild-Modellierungen wie auch die Videoarbeiten reflektieren in ihrer semantischen Pluralität sowohl gesellschaftskritische Anliegen wie auch kunstimmanente Aspekte, sie verweisen auf sprachphilsophische Probleme und frönen in gleichem Masse der subtilen Ironie und dem intelligenten Spass.

Die Ausstellung in der Galerie K12 überschreibt sich schlicht mit "see you". Hinter dieser offensichtlichen Anrede kann man auch eine Umkehrung vermuten, nämlich die Aufforderung zum Betrachten.
Die Ambilavenz des Betrachtens stellt jedenfalls einen zentralen Untersuchungsgegenstand dieser hier gezeigten Werke dar. Es geht um Antagonismen, um die Spannungsfelder zwischen dem bildnerischen und sprachlichem Zeichen und dem bezeichneten Objekt oder Gegenstand.
Am Beispiel des "Drecks" sei dies veranschaulicht: Dreck muss als Synonym für alles Mögliche herhalten. Dreck selber aber kann nach Auffassung von CeCe nicht dreckig werden, denn er materialisiert genau das, was er ist, nämlich nicht mehr und nicht weniger als "Dreck". Und damit befindet sich Dreck im Grunde genommen in einem sauberen Zustand. Um diesem Anspruch nachzuhelfen erheben CeCe den Dreck in den Kunstkontext und führen ihn sozusagen auf einem sauberen Präsentierteller vor.
"CeCe problematisieren die scheinbare Trivialität des Gegenständlichen und des Unbefragten." (Heinz Gappmayr)
Sie lösen beim Betrachter auf scheinbar triviale Art und Weise die Handbremse zum anderen Sehen.

Ein weiteres Beispiel von Bedeutungsverschiebung und Bedeutungsentsprechung ist das als Textbildmodell auf Plexiglas aufgezogene Wörtchen "Teil", dessen I-Punkt durch die Silbe "Ur" ersetzt wurde, was die Lesart des Wortes in Richtung "Urteil" mit sich bringt. Durch die Teilung des Wortes Ur-Teil soll von der überwiegend implikativ-juristischen Bedeutung des Begriffes abgelenkt und auf das allgemeine Phänomen des Beurteilens verwiesen werden. Und Urteil als geistiges Produkt eines Wechselwirkungsprozesse aus Betrachtung, Erkenntnis, Erfahrung und Tradition offen legt.

Die Identität eines Wortes, eines Gegenstandes, eines Zeichens wird von Cece permanent in Frage gestellt. Die Bedeutungen kippen unentwegt. Etwas kann gleichzeitig sein Gegenteil oder überhaupt etwas völlig anderes sein.
Das kann auch am hier gezeigten Video-Loop nachvollzogen werden, an dem sich die Lippenpartie der Darstellerin durch Anpressen an eine Fensterschreibe fratzenhaft verzerrt. Sind diese fleischwülstigen Verdrehungen, die von unangenehmen Dreck-Matschgeräusche akkustisch verstärkt werden, ästhetisch oder hässlich, erotisch oder eklig? In der Konfrontation von Ästhetik mit nichtästhetischen Formen geht es letztlich um eine diskursive Auseinandersetzung mit Oberlächlikeit und Tiefgang, oder wie sich der Schein im Sein ausdrückt.


Mit ihren subtil konstruierten Bildern und Bildsprachmodellierungen gelingt es Cece immer wider, die Betrachter zu irritieren und vor den Kopf zu stossen. Sie relativieren die allgemeinen Konventionen des Verhaltens und Betrachtens, ja führen diese ad absurdum.

Karlheinz Pichler
03.10.2003 Bregenz

K12 GALERIE © 2004

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