M 11 | "Fractalmalerei 2008-12" | Ausstellung in der K12 GALERIE 6.10.-30.11.2012 | home
© marxx
"FM 1" | 100x150 cm | 2012
"FM 2/3 " | 100x150 cm | "Transfragmentaere Raumkonstruktion, 1984
"FM 4 " | 100x150 cm | 2012
"FM 5/6 " | 100x150 cm | 2012
"FM 6 " | 100x150 cm | 2012

"Die Welt als Cluster digitaler Farben und Formen"
(Auszug aus dem Katalogtext von Karlheinz Pichler)

Der 1958 in Lustenau geborene K ünstler Werner „Marxx“ Bosch, der in den 1980er Jahren an der Universität für Angewandte Kunst in Wien bei Peter Weibel, Oswald Oberhuber und Wilhelm Cermak studiert hat, ist in der breiten Öffentlichkeit vor allem mit grossformatigen Gemälden bekannt geworden. In den vergangenen Jahre geht es in seinen programmatischen Statements immer wieder um die Entmachtung des Kunstwerks, wie dies durch den Vormarsch der Digitalisierung möglich ist. In den letzten fünf, sechs Jahren hat er sich experimentell mit dem Phänomen der Fraktalkunst auseinandergesetzt, mit deren Hilfe er fulminante Farb-Cluster erzeugt, und die – um es mit den Worten Marxx' zu formulieren - Assoziationen an „LSD-Farbräusche“ erwecken und wie eine Entführung in eine „Schöne neue Welt” anmuten.

Die Frage, ob ein computergeneriertes Fraktal Kunst ist, wird nicht nur im Internet kontrovers diskutiert. Generell sollte man aber grundsätzlich zwischen den tatsächlich computergenerierten Fraktalen unterscheiden, die ausschliesslich dazu bestimmt sind, die Lösungsmenge eines konkreten mathematischen Problems grafisch darzustellen und jenen Fraktalen, deren Gestaltung individuell bestimmt wird und deren Ergebnisse isoliert von mathematischen Fragestellungen zu betrachten sind.

Marxx wählt seine abstrakten Fraktale mit leidenschaftlicher Sorgfalt aus und entwickelt diese künstlerisch weiter. Der Computer und die in grosser Zahl verfügbaren Fraktal-Programme sind ihm dabei nur Hilfsmittel, um seine Expeditionen ins Reich der Farben und Formen in immer neuen Variationen austesten zu können.

Der Begriff "Fraktal" (lat. fractus: gebrochen) wurde 1975 von dem Computerwissenschaftler und Mathematiker Benoit Mandelbrot geprägt. Seinen Namen trägt auch das "Ur-Fraktal", welches manchmal auch als "Apfelmännchen" bezeichnet wird. Mandelbrot wurde 1924 in Polen geboren und starb vor zwei Jahren in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts. Durch sich immerwährend wiederholende mathematische Formeln mit komplexen Zahlen entstehen charakteristische Muster, die endlose Details aufweisen. Es erfolgt also eine ständige Iteration der Gleichung, bis der Wert mit einem vorangegangenen bzw. vorgegebenen Wert in irgendeiner Hinsicht identisch ist. Gute Beispiele für die Eigenarten von Fraktalen lassen sich überall in der Natur wieder finden. Ringsherum in unserer Umwelt finden wir Wiederholungen einer bestimmten Struktur in sich selbst. Die Zweige an den Ästen von Bäumen, die vielfachen Verzweigungen innerhalb unseres Blutkreislaufes, die einzelnen Röschen eines Blumenkohls, die Blätter von Farnen oder die Formen der Küstenlinie. Diese fortlaufenden Wiederholungen werden auch als "Selbstähnlichkeit" bezeichnet. ..."

 
2012©marxx